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VIK-Studie anlagenbezogener Fallbeispiele zeigt existenzbedrohende Kostenbelastungen für die Industrie durch Reform des EU-Emissionshandels

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Derzeit verhandeln die EU-Institutionen im Rahmen des Trilogverfahrens die Reform des euro­päischen Emissionshandels (EU EHS). Zentrales Anliegen von Europäischer Kommission, Parlament und Rat ist es, das EU EHS dergestalt zu reformieren, dass dieses bis 2030 einen wesentlichen Beitrag zur angestrebten Treibhausgasminderung von 40 % gegenüber 1990 in den EHS-Sektoren leistet. Gleichzeitig soll nach dem Willen der EU-Staats- und Regierungs­chefs keine unangemessene Kostenbelastung für effiziente Unternehmen im internationalen Wettbewerb entstehen. 

Bereits im vergangenen Jahr zeigte die Studie der Münchener Unternehmensberatung Future­Camp im Auftrag des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK), dass gerade dies der Fall werden könnte: Bezug nehmend auf den Reformvorschlag der Kommission prognostizierten die Studienergebnisse für Unternehmen in allen energieintensiven Branchen teilweise existenzbedrohende Kostensteigerungen.

Unter Berücksichtigung des fortgehenden Gesetzgebungsprozesses wurde die Studie nun noch einmal aktualisiert und die Reformvorschläge aller beteiligten EU-Institutionen mit Blick auf ihre Kostenimplikationen untersucht.

Anhand der berechneten Unternehmensbeispiele wird deutlich: Einer Energieerzeugungsanlage der chemischen Industrie könnten bis 2030 Mehrkosten in 11-facher Höhe verglichen mit den heutigen Emissionshandelskosten entstehen. Für eine einzige Anlage – zum Beispiel zur Her­stellung von Aluminium – entstünde im schlimmsten Fall eine zusätzliche Belastung von mehr als 28 Millionen Euro im Jahr.

Vor dem Hintergrund der massiven Bedrohung des Industriestandortes Deutschland, die die Studie anhand beeindruckender und einfacher Zahlenbeispiele zeigt, ist ein Tätigwerden dringend erforderlich. In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass die Berechnungen an Hand deutscher Anlagen vorgenommen wurden, aber selbstverständlich auf ähnliche Anlagen in anderen EU-Mitgliedstaaten übertragbar sind. Wir bitten Sie daher im Interesse der europäischen energieintensiven Industrie, in den weiteren Verhandlungsprozess zur Reform des EU-Emissionshandels korrigierend einzugreifen, indem Sie sich für einen refor­mierten Emissionshandel mit folgenden nachhaltig wirkenden Maßnahmen einsetzen:

 

  • Die Menge der freien Zuteilung muss so auskömmlich ausgestattet sein, dass die CO2-sparsamsten Anlagen in Europa keine zusätzlichen Kosten tragen müssen. Die Ergeb­nisse der angehängten Studie zeigen, dass dies durch eine Erweiterung der freien Zuteilung um 5 %, wie vom Europäischen Parlament vorgeschlagen, gewährleistet werden kann;
  • Die Anpassung von Produktbenchmarks müssen Technologiefortschritte berücksich­tigen und tatsächliche Potentiale widerspiegeln;
  • Durch eine adäquate Zertifikatausstattung der freien Zuteilung und moderate Bench­markabschmelzung muss die Anwendung des sektorübergreifenden Korrekurfaktors zwingend vermieden werden;
  • Die Kompensation indirekter Kosten (Strompreiskompensation) darf keine willkürliche Reduzierung oder gar Deckelung erfahren – weder auf europäischer noch nationaler Ebene;
  • Die Fallback Benchmarks (insbes. der Wärmebenchmark) dürfen nicht pauschal abge­schmolzen werden. Vielmehr muss die Anpassung anhand der Energieeffizienz der leistungsfähigsten Anlagen und der Ressourcenverfügbarkeit erfolgen.

 

Energieintensive Unternehmen, die dem EU EHS unterliegen, müssen im internationalen Wett­bewerb stärker geschützt werden. Um Investitionen in Innovationen und Effizienzverbesse­rungen zu ermöglichen und das erklärte EU-Ziel zu erreichen, den Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung auf 20 % anzuheben, gilt es daher, stabile und verlässliche klimapolitische Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

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VIK-Modell eines dynamischen EU-Emissionshandels - Forderungen zur Reform des EU-Emissionshandels post 2021

Die Europäische Kommission hat im Sommer 2015 einen Legislativvorschlag veröffentlicht, um den EU-Emissionshandel (EU EHS) in der vierten Handelsperiode von 2021-2030 zu überarbeiten. Dieser Vorschlag wird aktuell in den Europäischen Institutionen und in den EU-Mitgliedstaaten diskutiert. VIK spricht sich für eine umfassende Reform des CO2-Zertifikate-handels für das nächste Jahrzehnt mit einem Modell eines dynamischen Emissionshandels aus. Dieses dynamische Modell, das auf Entwicklungen in der Wirtschaft reagiert, bietet einen wirkungsvollen und nachhaltig wirkenden Ansatz, um Zusatzkosten für die effizientesten Produzenten zu vermeiden und ein Wachstum CO2-effizienter Produktion in Europa zu ermöglichen.

 

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VIK-Studie zur Kostenbelastung energieintensiver Industrien durch den EU-Emissionshandel

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Die Europäische Kommission hat im Sommer 2015 einen Legislativvorschlag veröffentlicht, um den europäischen Zertifikatehandel für Treibhausgasemissionen zu reformieren. Dieser Vorschlag wird aktuell im Europäischen Parlament und in den EU-Mitgliedstaaten diskutiert. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an ihrer Positionierung zu diesem Dossier. Zentrales Anliegen der Reform ist die Überarbeitung des EU-Emissionshandels (EU ETS) für das nächste Jahrzehnt. So soll bis 2030 ein wesentlicher Beitrag zur angestrebten Treibhausgasminderung von 40 % gegenüber 1990 in den ETS-Sektoren geleistet werden.

Gleichzeitig soll nach dem Willen der EU-Staats- und Regierungschefs keine unangemessene Kostenbelastung für effiziente Unternehmen im internationalen Wettbewerb entstehen. Genau das könnte aber eintreten. Denn eine neue Studie der Münchener Unternehmensberatung FutureCamp im Auftrag des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) zeigt: Würde die Reform des EU ETS wie von der Kommission vorgeschlagen umgesetzt, so hätte dies für Unternehmen in allen energieintensiven Branchen teilweise existenzbedrohende Kostensteigerungen zur Folge.

Dies wird anhand der berechneten Unternehmensbeispiele deutlich: Einer Energie-erzeugungsanlage in der chemischen Industrie oder einer Papiererzeugungsanlage könnten bis 2030 beispielsweise Mehrkosten in 15- bis 17-facher Höhe verglichen mit den heutigen Emissionshandelskosten entstehen. Für eine einzige Anlage – zum Beispiel zur Herstellung von Aluminium – entstünde durch den Kommissionsvorschlag eine zusätzliche Belastung von mehr als 25 Millionen Euro im Jahr. Die ohnehin niedrigen Gewinnmargen der Unternehmen in den hart umkämpften internationalen Märkten für energieintensive Produkte würden durch solche Kostenbürden in allen Fällen nahezu vollständig aufgefressen.

In der Studie wurde dem Kommissionsvorschlag ein modifiziertes Szenario entgegengesetzt. Dieses berücksichtigt industrielle Belange stärker, allerdings nur im Rahmen aktuell diskutierter Vorschläge im Europäischen Parlament. Aus den Berechnungen von FutureCamp geht in diesem Fall zwar hervor, dass eine Dämpfung der Kostenbelastung für Industrieunternehmen in vielen Fällen möglich ist. Die Kostenbelastungen steigen jedoch selbst in dem angepassten Szenario immer noch erheblich! Der VIK fordert daher einen umfassenderen Schutz der energieintensiven Industrie im internationalen Wettbewerb.

 

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BAFA Merkblatt Energieaudits

tl_files/bilder/bafa_Energieaudits.JPGDas Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat am 13.05.2015 Anwendungshilfen in Form eines anliegenden Merkblatts veröffentlicht, um Unternehmen bei der Durchführung von Energieaudits nach §§ 8 ff. des novellierten Energiedienstleistungs-Gesetzes (EDL-G) im Rahmen der Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie zu unterstützen.

 

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BAFA Hinweisblatt Stromzähler

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Das BAFA hat mit Datum vom 31.03.3015 ein ergänztes Hinweisblatt zum Thema „Stromzähler“ veröffentlicht (vgl. Anlage), das an einigen Punkten Klarstellungen vornimmt (im Hinweisblatt vom BAFA hervorgehoben).

 

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Prognos AG

Endbericht

Zwischenüberprüfung zum Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplungtl_files/bilder/prognos.jpg

 

 

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RWI-Studie: Energieeffizienz in der energieintensiven Industrie in Deutschland

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) hat die Studie Energieeffizienz in der energieintensiven Industrie in Deutschland im Auftrag des VIK erarbeitet. Die Studie gibt einen Überblick über die bisherige Entwicklung der Energieeffizienz in den untersuchten Industriesektoren – Aluminium, Chemie, Stahl, Glas, Papier und Zement. Der Effizienzgrad dieser energieintensiven Industrien in Deutschland wird in einen internationalen Kontext gestellt und mit dem in den jeweiligen Sektoren anderer bedeutender Industrie- und Schwellenländern verglichen.

Das Studienergebnis zeigt, dass die am Standort Deutschland produzierenden energieintensiven Unternehmen im weltweiten Vergleich auf einem Spitzenniveau in Sachen Energieeffizienz liegen und damit aktiver Bestandteil deutscher Klimaschutzaktivitäten sind.

Die gesamte Studie finden Sie hier.tl_files/vik_theme/Bilder/Publikationen/Bild Studie Deckblatt.png