16.04.2026
Pressemitteilung

Industriestandort in der Sackgasse? VIK warnt vor energiepolitischer Selbstblockade der Koalition

Berlin, 16. April 2026 – Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) äußert sich zutiefst besorgt über die anhaltenden Abstimmungsblockaden innerhalb der Bundesregierung. Angesichts von Medienberichten über einen Stillstand zwischen dem Bundesfinanzministerium (BMF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) warnt der Verband vor einer energiepolitischen Selbstblockade in einer Phase, in der Unternehmen dringend Planungssicherheit, international wettbewerbsfähige Energiepreise und einen verlässlichen Kurs benötigen.

„Die energieintensive Industrie wartet auf bedeutende Entscheidungen. Wir haben keine Zeit für politisches Fingerhakeln“, erklärt Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK. „Wenn nur aufgrund von politischen Differenzen zentrale Projekte gegeneinander ausgespielt werden, potenziert das die massiven Standortprobleme in Deutschland. Was wir jetzt brauchen, ist die konsequente Umsetzung der Lösungen, die längst auf dem Tisch liegen. Politische Handlungsfähigkeit ist in diesen Zeiten ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.“

Forderungskatalog: Umsetzung statt Einzelkonflikte

Der VIK fordert die Bundesregierung auf, die energiepolitischen Instrumente als Gesamtpaket zu finalisieren und dabei folgende Prioritäten zu setzen:

  • Kraftwerksstrategie: Ein zügiger Abschluss ist zwingend, um gesicherte Leistung für die Resilienz des Stromsystems bereitzustellen und bei der Versorgungssicherheit nicht auf Kohlestromverstromung aus der Netzreserve angewiesen zu sein.
  • Netzpaket-Konsultation beginnen: Planungsverfahren müssen beschleunigt und konsequent auf die Senkung der Systemkosten ausgerichtet werden. Netzausbau und Anlagenzubau brauchen eine verlässliche Synchronisierung. Die Energiewende muss endlich erheblich kosteneffizienter werden.
  • Unternehmenssteuern: Die angekündigte Senkung muss ohne weitere Verzögerung auf den Weg gebracht werden, um die Investitionskraft am Standort Deutschland zu stärken.

Das energiepolitische Dreieck im Ungleichgewicht

Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaneutralität der Energieversorgung können nur gemeinsam erreicht werden. Der aktuelle Streit gefährdet dieses Gleichgewicht massiv. Die Unsicherheit über die künftigen Rahmenbedingungen führt bereits jetzt zu spürbaren Folgen für Investitionsentscheidungen und die industrielle Wertschöpfung. Eine erfolgreiche Energiewende erfordert klare Prioritäten und die Bereitschaft, ideologische Verkürzungen hinter sich zu lassen. Nur so kann sie wirtschaftlich tragfähig und breit anschlussfähig sein.

„Was die Industrie nicht braucht, sind politische Ressortkämpfe um Details. Wir brauchen Verlässlichkeit“, so Seyfert. „Die Bundesregierung muss jetzt beweisen, dass sie handlungsfähig ist, um den Industriestandort Deutschland sicher durch die Krise zu führen.“

Matthias Nuyken
Ansprechpartner

Matthias Nuyken

Stv. Fachbereichsleiter Politik & Kommunikation / Pressesprecher