27.08.2012
Pressemitteilung

Morgiger Energiegipfel sollte unangenehme Botschaften der dena-Studie ernst nehmen - Wenn die Energiewende teuer und unsicher wird, dann braucht die Industrie Stabilität

„Wenn morgen die Energiewende bei Kanzlerin Merkel diskutiert wird, sollten auch unangenehme Erkenntnisse zu Risiken und Kosten der Umsetzung des Energiewendewegs offen diskutiert werden“, so Dr. Annette Loske, Hauptgeschäftsführerin des VIK, der Interessenvertretung industrieller und gewerblicher Energiekunden in Deutschland. „Das gesamtgesellschaftliche Projekt Energiewende wird alle Schultern zusätzlich belasten. Rufe danach, die Unternehmen zukünftig verstärkt in die Pflicht zu nehmen, zielen aber in die falsche Richtung. Die Industrie hat nicht den schwarzen Peter für die Kostensteigerungen des Megaprojektes, sondern ist Grundlage für den finanziellen Spielraum, den wir mit für dafür brauchen. Die Industrie in dieser Phase zu schwächen, ist sicher kein Erfolgskonzept. Ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit muss unter allen Umständen erhalten bleiben. Mit einer starken Industrie können wir die Wende schaffen!“ so Dr. Loske weiter. Die aktuelle dena-Studie zur Integration der erneuerbaren Energien* zeigt, wie viel Geld und Kraft der Weg noch kosten wird. Selbst unter optimistischen Randbedingungen zu Brennstoff und Marktentwicklung – wie in der Studie angenommen – sind aus VIK-Sicht insbesondere folgende Punkte besorgniserregend:
  • Auch 2050 wird Strom aus erneuerbaren Energien noch nicht wettbewerbsfähig sein und der Subvention bedürfen.
  • Deutschland wird in erheblichem Maße abhängig von Stromimporten: 2050 etwa wird ein Viertel des Stroms importiert.
  • Alleine in Deutschland werden 2050 12.900 km neue Übertragungsnetzleitungen gebraucht.
  • Ziehen die EU-Nachbarn beim Stromnetzausbau nicht mit, steigt das Risiko von Versorgungslücken.
  • Erneuerbare Energien ohne neue flexible konventionelle Kraftwerke können Deutschland nicht ausreichend versorgen. Beide Technologien müssen sich ergänzen.
  • Die deutsche Kraftwerkskapazität muss bei einer tatsächlichen Spitzenlast von ca. 80 GW von 150 auf 240 GW steigen – 60 GW davon müssen auch 2050 aus neuen konventionellen Kraftwerken kommen.
  • Insgesamt sei eine deutliche, aber aus heutiger Perspektive in ihrer genauen Höhe kaum zu beziffernde Zunahme der Kosten für die Stromversorgung auch noch bis 2050 zu erwarten.
Wenn das die Stromversorgungszukunft in Deutschland wirklich abbildet, dann haben die von Strom abhängigen Unternehmen eine echte Herausforderung zu bestehen. * dena-Studie: Integration der erneuerbaren Energien in den deutsch-europäischen Strommarkt, August 2012