27.12.2023
Stellungnahme

Positionspapier zu Carbon Capture, Usage and Storage (CCU/S) als Baustein für eine klimaneutrale Industrie

Für eine klimaneutrale Gestaltung der Industrie müssen vorrangig Erneuerbare Energien und Gase (z. B. klimaneutraler Wasserstoff, die Nutzung von Abwärme und der Einsatz von Wärmepumpen) in der Strom- und Prozesswärmeversorgung ausgebaut sowie prozesstechnische Innovationen genutzt werden, um so viel CO₂ zu vermeiden wie möglich. Es bleiben weiterhin einerseits elementare Wertschöpfungsketten, in denen Kohlenstoff als zentraler Rohstoff gebraucht wird, und andererseits Bereiche, in denen schwer vermeidbare Emissionen anfallen. Dazu wird ein effektives Carbon Management mit den dazugehörenden Infrastrukturen, Regeln, Anreizen, Geschäftsmodellen und Kooperationsnetzwerken benötigt. Dazu gehört auch die Erstellung eines Konzepts zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes (Dekarbonisierung) und – im Falle eines weiter bestehenden Kohlenstoffbedarfs – zur Verringerung des fossilen Kohlenstoffeinsatzes, z.B. durch biogene Kohlenstoffnutzung oder geschlossene CO₂-Kreisläufe (Defossilisierung).
Zum Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 und zur Beschleunigung des Weges dorthin leisten CCU/S-Anwendungen einen signifikanten Beitrag, indem sie klimaschädliche Emissionen wirksam abfangen. Das gilt auch in Bereichen, in denen noch keine wirtschaftliche Alternative zur Vermeidung von CO₂-Emissionen besteht. Sie schaffen dabei die Grundlage für eine effektive Kreislaufwirtschaft auf Grundlage der Nutzung von Wasserstoff und CO₂ oder die sichere Speicherung des CO₂. Deshalb müssen die Wasserstoffstrategie und Carbon-Management-Strategie zusammengedacht werden. Hierfür sind zügig wirtschaftlich tragfähige regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen.
Dabei gilt für die Industrie, dass sie nur diejenigen Lösungen dafür anwenden wird, CO₂ effektiv aus der Atmosphäre zu halten, die wirtschaftlich sind. Auch aus technischen Gründen sind dabei sowohl CCU als auch CCS notwendig.

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Dipl.-Pol. Adelia Rathmann, MA
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Dipl.-Pol. Adelia Rathmann, MA

Referentin für Klimapolitik