19.10.2026
Pressemitteilung

VIK lehnt neue Kostenbelastung für Industrieunternehmen durch nationale Gasreserve ab

Berlin, 19. Oktober 2026 – Der VIK - Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. unterstützt den Aufbau einer strategischen Reserve für außergewöhnliche Versorgungskrisen grundsätzlich. Die im Gesetzesentwurf vorgesehene Finanzierung über eine neue Gasumlage wird vom VIK hingegen abgelehnt. Die Gasreserve ist ein Instrument staatlicher Krisenvorsorge und sollte deshalb vollständig aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Nach dem aktuellen Referentenentwurf würden bei einer Umlage rund 60 Prozent der geschätzten jährlichen Kosten in Höhe von 247 bis 308 Millionen Euro, von der Industrie getragen. Dies ist insbesondere deshalb nicht sachgerecht, da nach dem Entwurf, den nicht geschützten industriellen Letztverbrauchern kein entsprechender Nutzen im Krisenfall gegenübersteht.

„Eine strategische Gasreserve kann in einer schweren Versorgungskrise zusätzliche Sicherheit schaffen. Krisenvorsorge ist jedoch eine staatliche Aufgabe und sollte als solche vollständig aus dem Haushalt finanziert werden. Es wäre das falsche Signal, energieintensive Unternehmen erneut mit einer Gasumlage zu belasten, von deren Schutzwirkung sie in einer außergewöhnlichen Versorgungslage nicht einmal profitieren würden“, erklärt Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK.

Darüber hinaus fordert der VIK eine marktschonende Dimensionierung und ein transparentes Monitoring der Reserve. Aufbau und Wiederbefüllung dürfen die marktliche Wintervorsorge nicht beeinträchtigen oder zusätzliche Knappheiten erzeugen. Gleichzeitig sollten marktnahe Anreize zur Speicherbefüllung, die Diversifizierung der Gasversorgung und verlässliche Rahmenbedingungen für langfristige Lieferbeziehungen weiter gestärkt werden.

„Die Gasreserve kann ein Sicherheitsnetz für außergewöhnliche Krisen sein. Sie ersetzt aber keine langfristig sichere und wettbewerbsfähige Gasversorgung. Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit müssen gemeinsam gedacht werden“, erläutert Seyfert abschließend.

Der VIK reicht heute seine Stellungnahme zum geplanten Gesetz zur Einführung einer nationalen Gasreserve fristgerecht beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein.

Pressemitteilung
Flavia Jakob
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Flavia Jakob

Seniorreferentin für Energiewirtschaft und Regulierung